Sebastian Kurz als Bundeskanzler im Parlament | Bild: © Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

Seit Monaten, ja eigentlich Jahren, wird über eine mögliche Rückkehr von Ex-Kanzler Sebastian Kurz spekuliert. In letzter Zeit besonders häufig. Warum ist das so und was ist dran an den Gerüchten?

Exklusive Hintergründe: Abonnieren Sie lucasammann.com jetzt auch auf WhatsApp!

„Sebastian Kurz enthüllt Angebote für Polit-Comeback“, titelte die Gratiszeitung „Heute“ erst vor wenigen Tagen. Hintergrund ist ein Interview, das der Ex-Kanzler dem Handelsblatt gegeben hatte, in dem er auch über eine mögliche Rückkehr in der Politik gesprochen hatte. Bisher hat Kurz jedes erneute politische Engagement ausgeschlossen. Doch nun wird er langsam etwas vorsichtiger mit seiner Abgrenzung gegenüber der Politik. Warum eigentlich?

Vorweg: Kurz meldete sich auch in der Vergangenheit bewusst immer wieder öffentlich zu Wort, meist zu einem außenpolititschen Thema, zuletzt etwa wieder zu den Ausschreitungen in Frankreich. Das hat verschiedene Gründe: Einerseits ist und bleibt Kurz – wie er selber sagt – ein „politischer Mensch“ – und er steht äußerst gerne im Rampenlicht. Keine Seltenheit im politmedialen Kosmos. Zweitens hält er so seine Bekanntheit aufrecht und schärft sein Image vom erfolgreichen Unternehmer, der nicht mehr auf die Politik angewiesen ist.

Kurz als Ratgeber

Wohl nicht ganz ohne Kalkül: Denn diese Bekanntheit könnte er später noch brauchen. Derzeit braucht er sie jedenfalls nicht. Denn seine Unternehmen sind in der Tat wirtschaftlich erfolgreich und Kurz verdient weit mehr als er je in der Politik hätte verdienen können.

Lucas Ammann bekommt keinen Cent an öffentlichen Geldern. Damit diese Seite weiter existieren kann, bitten wir um Ihre Unterstützung. Wenn Ihnen meine Arbeit gefällt, unterstützen Sie mich mit einer Spende!

Im Hintergrund war Kurz nie weg. Er soll – so mehrere Insider – immer wieder mit ranghohen ÖVP-Politikern in Kontakt sein bzw. diese ihn um Tipps fragen. Er hat nach wie vor Gewicht in der ÖVP.

Rückkehr in der EU?

Was gegen eine Rückkehr in die Politik spricht, sind die immer noch andauernden Ermittlungen gegen Kurz seitens der WKStA. Ein Hemmschuh für ein politisches Engagement. Dazu kommt, dass Kurz selbst laut Umfragen keine Chance hätte, vor der FPÖ auf Platz 1 bei einer allfälligen Neuwahl zu landen. Und als Vizekanzler, so heißt es, würde Kurz niemals in eine Bundesregierung einsteigen.

Bleibt also …? Kurz meinte unlängst, er wäre ja erst 40 Jahre alt. Also noch viel Zeit für eine Rückkehr? Was jedenfalls gemunkelt wird, ist, dass Kurz irgendwann – Zeitpunkt unklar – auf der EU-Ebene in die Politik zurückkehren könnte. Zum Beispiel als EU-Kommissar. Das würde zu ihm passen, denn Kurz ist bekanntlich gerne international unterwegs – begonnen hat er seine Laufbahn ja als Integrationsstaatssekretär und dann als Außenminister.

Von Lucas Ammann

Lucas Ammann ist Blogger und schreibt hier über Themen, die ihn persönlich betreffen und berühren. Zuvor war er bereits für diverse österreichische Medienhäuser tätig. Mehr unter "Über mich".

Schreibe einen Kommentar

Entdecke mehr von Lucas Ammann

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Lucas Ammann

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen