ORF im Fokus | Bild: © Lucas Ammann

Wie LA Media bereits berichtete, ist das Programm des ORF im Sommer besonders miserabel. Neue Auswertungen zeigen: Der angebliche Qualitätssender ORF 3 zeigt heute, Samstag, über 18 Stunden und damit mehr als drei Viertel Archivmaterial. Manche Sendungen werden bis zu zehnmal wiederholt. Alleine die Geschäftsführung von ORF 3 kostet dem Zwangsbeitragszahler fast 600.000 Euro – so viel verdienen die beiden Geschäftsführer dort nämlich.

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Der gestrige Bericht von LA Media über die vielen Wiederholungen auf ORF 1 und 2 mit insgesamt über 25 Stunden hat für großes Aufsehen gesorgt: Nicht nur in den sozialen Medien wurde das miserable Programm des ORF kritisiert. Die Story war gestern am Abend über mehrere Stunden Online-Aufmacher auf oe24.at, einem der größten Nachrichtenportale des Landes.

Wie nun aktuelle Auswertungen von LA Media für heute, Samstag, zeigen, geht es noch schlimmer. Der ORF betreibt bekanntlich neben seinen zwei Hauptsender ORF 1 und 2 auch noch zwei Spartensender, nämlich einen für Kunst und Kultur (ORF 3) sowie einen für Sport (ORF Sport+). Beide zeichnen sich derzeit durch ein außergewöhnlich veraltetes Programm mit vielen Wiederholungen und fadem Archivmaterial aus. Dabei rühmt sich der ORF immer für seinen „Qualitätssender“ ORF 3.

Drei Viertel Archivmaterial

Laut Auswertungen von lucasammann.com strahlt der Sender ORF 3 nämlich heute, Samstag, rund 18,5 Stunden an alten Sendungen, Archivmaterial und Wiederholungen aus. Das sind mehr als drei Viertel der gesamten Sendezeit am heutigen Tag. So werden am Vormittag gleich zwei Ausgaben des Dokumentarfilms „Land der Berge“ wiederholt, eine aus 2022 und eine aus 2024. Pikant: Beide Sendungen werden alleine im Juni und Juli zehnmal (!) bzw. neunmal wiederholt!

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Über Mittag wird es dann im „Qualitätssender“ nicht viel besser: Es folgt laut ORF-Programm um 11:44 Uhr eine weitere Ausgabe von „Unser Österreich“, die in folgenden Wochen noch zweimal wiederholt wird. Um 12:27 Uhr dann eine Ausgabe von „So weit kommts noch“, eine „Romantic Comedy“ aus 2012 – bestimmt eine Qualitätssendung. Der Nachmittag ist voll von diversen Ausstrahlungen des Formats „Der Österreichische Film“, jeweils aus den Jahren 1995, 2011 und 2005. Am Abend dann „Der Amsterdam-Krimi“ aus 2025, der drei Tage zuvor ebenfalls schon auf ORF 3 lief. Das Hauptabendprogramm besteht überwiegend aus alten „zeit.geschichte“-Dokumentationen.

Gesetz fordert „Anspruchsvolle und aktuelle Sendungen“

Die traurige Bilanz: Rechnet man alle alten Sendungen und Wiederholungen zusammen, kommt man auf über 77 Prozent Archivanteil, das sind rund 18,5 Stunden oder über 1.100 Minuten – alleine auf einem Sender! Medienberichten zufolge hat ORF 3 derzeit ein Programmbudget von 15 Millionen Euro, dieses soll halbiert werden. Man darf gespannt sein, wie die „Qualität“ künftig sein wird, wenn sie bereits jetzt wenig erfreulich ist.

Der ORF hat gemäß § 4c ORF-Gesetz „nach Maßgabe der wirtschaftlichen Tragbarkeit ein Fernseh-Spartenprogramm“ mit „Informations-, Diskussions-, Dokumentarsendungen, Magazinen und Übertragungen von Kulturereignissen“ zur Erfüllung des Kultur- und Informationsauftrags zu betreiben. Das Programm hat laut Gesetz „aus anspruchsvollen (!) Inhalten zu bestehen und hohe Qualität aufzuweisen“! Das Programm soll gemäß § 4c Abs 1 ORF-G „insbesondere aktuelle (!) Themen berücksichtigen“. Inwiefern eine „Romantic Comedy“ besonders anspruchs- und qualitätsvoll und inwiefern teils Jahrzehnte alte Sendungen „aktuell“ sein sollen, muss der ORF wohl bei Gelegenheit noch erklären.

12 Tochterunternehmen

ORF 3 ist übrigens als Tochtergesellschaft ausgegliedert, die zwei Geschäftsführer verdienen zusammen fast 600.000 Euro brutto im Jahr. Insgesamt hat der ORF laut einer LA-Media-Recherche von Anfang Juni 12 Tochtergesellschaften mit 21 Geschäftsführern.

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Von Lucas Ammann

Lucas Ammann ist Blogger und schreibt hier über Themen, die ihn persönlich betreffen und berühren. Zuvor war er bereits für diverse österreichische Medienhäuser tätig. Mehr unter "Über mich".

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