exxpress.at wird erstmals für Qualitätsjournalismus gefördert | Bild: © Screenshot/exxpress

Das Nachrichtenmedium „exxpress.at“ bekommt zum ersten Mal Qualitätsjournalismus-Förderung. Die weisungsfreie Medienbehörde KommAustria sah die im Gesetz vorgesehenen Kriterien für erfüllt an. Staatsfunk und andere weit links stehende Medien drehen jetzt völlig durch.

Helle Aufregung beim ORF: Der Staatsfunk bekommt jährlich bis zu 710 Millionen Euro an ORF-Zwangsbeiträgen, kassiert Zuschüsse aus dem Staatsbudget sowie Werbegelder von staatsnahen Unternehmen. Nun bekommt ein kritisches und unliebsames Medium – der wirtschaftsliberale Online-Boulevard exxpress.at – auch eine kleine Förderung, nämlich für Qualitätsjournalismus. Der Betrag ist im Vergleich zu anderen Medien wie dem ORF geradezu lächerlich. Genau 41.259,35 € bekommt exxpress dieses Jahr – ausgezahlt in zwei Teilbeträgen von jeweils 20.629,65 €.

Wussten Sie, dass der Betrieb von lucasammann.com jährlich circa 350 Euro kostet? Wenn Ihnen meine Arbeit gefällt, unterstützen Sie mich mit einer Spende!

Das passt dem ORF natürlich gar nicht – immerhin hat exxpress in der Vergangenheit immer wieder kritisch über den ORF berichtet. Als Retourkutsche kommt jetzt eine Negativ-Kampagne – ausgespielt durch den linken Radiosender Ö1 (böse Zungen sagen, dass der Sender seinen Namen von der Anzahl seiner Zuhörer bezieht). In einem Radiobeitrag im „Ö1 Morgenjournal“ werden dafür uralte Beiträge, die auf exxpress.at erschienen sind, thematisiert, weil man in der aktuellen Berichterstattung von exxpress in den vergangenen Monaten offenbar nichts gefunden hat, was man negativ thematisieren könnte.

Kriterien gesetzlich geregelt

Der Radiobeitrag wird bereits negativ anmoderiert: Behauptet wird unter anderem, Fachleute hätten die Förderung kritisiert. Im anschließenden Beitrag samt Einspielern werden aber überwiegend Interessenvertreter und eine Bloggerin einer aktivistischen Online-Seite zitiert. Ob der ORF damit seinem Objektivitätsgebot nachgekommen ist, wird noch zu klären sein.

Wussten Sie, dass der Betrieb von lucasammann.com jährlich circa 350 Euro kostet? Wenn Ihnen meine Arbeit gefällt, unterstützen Sie mich mit einer Spende!

Aber auch mit so manchem Privatmedium gingen die Pferde durch: So fuhr etwa das linke Blatt „Der Standard“ sowie der „Falter“ eine Kampagne gegen den exxpress. Die weisungsfreie KommAustria ließ sich aber nicht von solchen – auch schon in der Vergangenheit durchgeführten – Kampagnen beirren: Sie genehmigte die beantragte Förderung für den exxpress. Die Kriterien für die Förderung sind übrigens klar gesetzlich geregelt – und zwar in § 6 des neuen Qualitäts-Journalismus-Förderungs-Gesetzes. Vielleicht sollten die Damen und Herrn von ORF, „Standard“ & Co einfach mal ins Gesetz schauen, bevor sie Konkurrenzmedien und eine weisungsfreie Behörde öffentlich derart desavouieren.

Von Lucas Ammann

Lucas Ammann ist Blogger und schreibt hier über Themen, die ihn persönlich betreffen und berühren. Zuvor war er bereits für diverse österreichische Medienhäuser tätig. Mehr unter "Über mich".

Ein Kommentar zu „Behördlich bestätigt: „exxpress.at“ ist ein Qualitätsmedium“

Schreibe einen Kommentar

Entdecke mehr von Lucas Ammann

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Lucas Ammann

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen