ORF im Fokus | Bild: © Lucas Ammann

Postenschacher? Seit Wochen versuchen die Neos in Form von Mediensprecherin Brandstötter verzweifelt, der Öffentlichkeit glaubhaft zu machen, dass die Pinken nicht den Ex-Puls4-Chef Breitenecker unterstützen. Doch in Wahrheit unterstützten die Neos sowohl in den Wochen vor der Wahl hinter den Kulissen, als auch bei der Wahl Freitagnacht den früheren Privatsenderchef.

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Die pinke Mediensprecherin Henrike Brandstötter, die selbst einst vor 20 Jahren bei Puls-TV (dem Vorgänger von Puls4, als der Sender noch ganz klein war) gemeinsam mit Markus Breitenecker gearbeitet hat (die beiden sollen sogar im gleichen Stockwerk gearbeitet haben), fällt seit Wochen insbesondere auf Twitter mit ihrer eigenartigen Verteidigungsstrategie auf: Die Neos würden keinen Kandidaten bei der GD-Wahl unterstützen, man werde den dem Neos-Lager zugerechneten Stiftungsräten „sicher keine Empfehlungen geben“. Wer anderes behauptete, wurde von Brandstötter als „Krawall-Schreiberling“, der „frei erfundene Geschichten verbreitet“, verunglimpft.

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Nur blöd, dass die Geschichte weder frei erfunden ist – und sich viele Journalisten auch nicht einschüchtern ließen, die Wahrheit zu schreiben: Hinter den Kulissen machten sich die Neos für den Ex-Medienmanager (der ohne Frage sehr viel Erfahrung hat!) stark – abgesehen vom beruflichen Naheverhältnis zwischen Brandstötter und Breitenecker. Dieser ist ohne Frage qualifiziert, dass die Neos aber ihre Sympathie versuchten zu verbergen, war nicht nur unnötig, sondern auch unehrlich. Und schließlich war es auch erfolglos:

Eine Frau in einem Anzug spricht am Rednerpult, umgeben von Mikrofonen.
Am Rednerpult: Nationalratsabgeordnete Henrike Brandstötter (NEOS) – Bild: (c) Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner

Bereits am 26. Mai berichtete oe24 von einem „Neos Geheimplan: Breitenecker Generaldirektor“, wie die Headline lautete. Das Nachrichtenmagazin profil schrieb folgendes über die Neos und Breitenecker: „(…) Auch die Neos haben ihren präferierten Kandidaten ramponiert: Sie haben sich intern eher auf Markus Breitenecker ausgesprochen – und brachten dann auch noch Puls-4-Infodirektorin Corinna Milborn als mögliche ORF-Chefredakteurin ins Spiel, obwohl sich die Pinken sonst stets gegen Postenschieberei aussprechen (…)“. Leider gibt es Journalisten, die schreiben, was wahr ist.

So stimmten die Stiftungsräte ab

Lucasammann.com ist das Abstimmungsverhalten der Stiftungsräte von vergangener Nacht bekannt. Interessant: Alle drei den Neos zugerechneten Stiftungsräten stimmten demnach für Markus Breitenecker. So viel dazu, dass es „keine Unterstützung“ der Neos für einen bestimmten Kandidaten gab. Oder: Es ist natürlich wie immer alles Zufall!

Auch interessant: Alle (!) SPÖ-nahen Stiftungsräte stimmten für Clemens Pig, auch die meisten von der ÖVP stimmten so ab. Vier schwarze stimmten allerdings für Johannes Larcher, einer ebenfalls für Breitenecker.

Von Lucas Ammann

Lucas Ammann ist Blogger und schreibt hier über Themen, die ihn persönlich betreffen und berühren. Zuvor war er bereits für diverse österreichische Medienhäuser tätig. Mehr unter "Über mich".

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