Die Wiener Linien stehen in der Kritik | Symbolbild U-Bahn: © Pexels

Mit Ende Jänner laufen die Semestertickets für Studenten in Wien aus. Die Betroffenen müssen auf ein um bis zu 96 Prozent teureres Jahresticket umsteigen. Das führt bei vielen Studenten zu massiven Mehrbelastungen.

75 Euro pro Semester kostete das beliebte Öffi-Semesterticket für Studenten in Wien. Ein ganzes Semester lang – von September bis Ende Jänner und von Februar bis Ende Juni – mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren: Zur Uni mit U-Bahn, Bus, Straßenbahn oder Zug, alles inklusive (auch in der Freizeit). Nur wer auch den Sommer in Wien verbrachte, musste für Juli und August zusätzlich pro Monat 29,50 Euro drauflegen. Mit diesem Ticketmodell konnten sich Studenten viel Geld sparen und der öffentliche Verkehr war für die meisten gut leistbar.

Mit diesen niedrigen Preisen ist nun Schluss: Mit einer Tarifreform haben die Wiener Linien das beliebte Semesterticket kurzerhand abgeschafft. Studenten müssen auf eine deutlich teurere Jugend-Jahreskarte zurückgreifen. Diese kostet in der Digital-Version in der App 294 Euro pro Jahr – wer eine Scheckkarte möchte, muss sogar 300 Euro für sein Öffi-Ticket ausgeben. Die letzten Semestertickets laufen mit Ende Jänner 2026 aus. Ab Februar gibt es dann nur noch die teure Jahreskarte.

Bis zu 96 Prozent teurer

Studenten, die die Sommertickets bisher nicht benötigten, zahlen die Sommermonate notwendigerweise beim Jahresticket mit. Für sie bedeutet die Tarifänderung eine Preiserhöhung von 96 Prozent – also defacto eine Verdoppelung der Preise (von 150 auf 294 Euro). Aber selbst wer bisher für das ganze Jahr als Student ein Öffi-Ticket kaufte, zahlt ab Februar 85 Euro mehr – pro Jahr!

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Aber auch die regulären Preise bei den öffentlichen Verkehrsmitteln sind massiv angestiegen: So kostet die reguläre Jahreskarte statt 365 Euro im Jahr nun 461 Euro (mit Scheckkarte 467 Euro). Die Wiener Linien stehen über die Wiener Stadtwerke im hundertprozentigen Eigentum der Stadt Wien, vertreten durch die Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Gebührenlawine

Die Preissteigerungen bei den Öffi-Tickets reihen sich ein in eine ganze Reihe an Gebührenerhöhungen durch die rote Stadt Wien, etwa bei der Hundesteuer, den Parkgebühren, dem Wohnbauförderungsbeitrag, der Ortstaxe oder Gebrauchsabgaben. Damit sorgt die SPÖ in der Bundeshauptstadt in Zeiten der Inflation für zusätzliche Belastung der Menschen, insbesondere von sozial Schwachen – die sie ja immer vorgibt zu vertreten.

Von Lucas Ammann

Lucas Ammann ist Blogger und schreibt hier über Themen, die ihn persönlich betreffen und berühren. Zuvor war er bereits für diverse österreichische Medienhäuser tätig. Mehr unter "Über mich".

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